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Bildquelle: Netzfund

 

Falls es Sie interessiert, wie verdummende Zeitungsartikel wie dieser hier:https://www.fr.de/rhein-main/kreis-offenbach/kritik-mahnwache-seligenstadt-13498184.html entstehen, hier können Sie es im Zusammenhang mit der Mahnwache gegen Altersarmut, die am gestrigen Freitag auch in Seligenstadt stattfand, verfolgen.

Zuerst – 2,5 Stunden vor Beginn der Mahnwache -  wird eine kleine Nachricht mit der Bitte um Anruf versandt. Darin beruft man sich auf Aussagen der Antifa, ohne auch nur im Geringsten ein Empfinden dafür zu haben, dass jeder, der sich mit dieser linksextremistischen Organisation gemein macht und sie als Gesprächspartner ernst nimmt, damit den ersten Schritt tut, den Boden der FDGO zu verlassen.

Dann wird losgetextet. Ein Hans-Peter Kronberger wird zitiert, ohne zu erwähnen, dass eben dieser Herr Kronberger ein lokaler Sozialdemokrat ist. Das macht Sinn, denn wenig später wird Stadtrat Michael Gerheim (SPD) ebenfalls zitiert, und wie sähe es denn aus, wenn man als “Zeugen” gegen die Veranstaltung Fridays gegen Altersarmut nur zwei Sozialdemokraten und die lokale Antifa-Gruppe aufzuweisen hätte. Das hätte Geschmäckle.

Denn es waren die Sozialdemokraten zur Zeit des SPD-Finanzministers Eichel und der Regierung Schröder, die die Finanzmärkte dereguliert und damit zu Gunsten der Spekulanten entfesselt haben (das und viel mehr siehe hier: https://www.nachdenkseiten.de/?p=545). Es war die SPD, die unter der Ägide des Kabinetts Schröder II im Jahr 2004 die Doppelverbeitragung von Renten eingeführt hat. Es ist auch ein SPD-Finanzminister, der Herr Scholz, der aktuell ein unter großem Pomp angekündigtes Gesetz gegen Spekulanten einführen will, das jedoch Spekulanten völlig unberührt lässt und statt dessen Kleinsparer belastet. Nicht wundern darf in diesem Zusammenhang, dass in wenigen Tagen der SPD-Bundespräsident Steinmeier, der nicht einen Tag seiner Amtszeit parteipolitisch neutral agiert hat, das größte deutsche Bundesverdienstkreuz ausgerechnet an Mario Draghi verleihen wird – der mit seiner Null- und Negativzinspolitik der EZB ebenfalls zur Verarmung vieler Kleinsparer beigetragen hat.

Das alles ist vermutlich auch in den Redaktionsstuben der FR bekannt. Darum ist es besser, wenn man schon zwei Sozialdemokraten zitiert, wenigstens so zu tun, als handele es sich eben nicht um zwei Sprecher, die ein ureigenstes Interesse haben, Proteste gegen ihre eigene Politik zu diskreditieren.

Und die Antifa…. Dass sich die Autorin des Schmierenstücks in der FR die Mühe gemacht hat, mit der Antifa Kontakt aufzunehmen! Fantastisch. Investigativ. Oder?? Immerhin ist die Antifa von niemandem gewählt, interessierten Bürgern seit G20 und der EZB-Eröffnung als steinewerfende, Feuer legende, Polizisten angreifende und Häuser beschmierende anonyme Truppe bekannt. Die das Intenetportal indimedya.linksunten betreibt, auf der zu Mordanschlägen aufgerufen wird und auf der man schonmal zufriedene Berichte von Angriffen auf Berliner Maklerinnen oder Journalisten wie Gunnar Schupelius, auf AfD-Politiker und andere Kritiker der Regierung Merkel lesen kann. Von niemandem gewählt, in keinem Telefonbuch verzeichnet, von der Polizei erfolglos gesucht – aber die Autorin der FR schafft es, diese Leute zu einer Aussage zu bewegen.

Man ist gerührt angesichts dieser investigativen Anstrengung seitens der FR. Und nur, wer ganz genau hinschaut, bemerkt im geschriebenen Artikel – und das entpricht der traurigen Realität -, dass es kein Investigativ-Reporter der FR geschafft hat, sich die Mahnwache gegen Altersarmut in Seligenstadt vor Ort anzuschauen. Dass dieser Text, veröffentlich exakt 11 Minuten nach Beendigung der Seligenstädter Mahnwache, offensichtlich schon fix und fertig in der Schublade lag, während in Seligenstadt noch die Mitte der Gesellschaft auf dem Marktplatz an der Mahnwache teilnahm.