“Entgegen der Einschätzung der EU-Kommission ist die Integration der Volkswirtschaften Europas durch den Euro nicht vorangekommen. Das ist keine Überraschung. Viele Ökonomen warnten vor der aus politischen Gründen angestrebten Einführung. Der Soziologe Ralf Dahrendorf fand schon früh klare Worte und prophezeite: „Die Währungsunion ist ein großer Irrtum, ein abenteuerliches und verfehltes Ziel, das Europa nicht eint, sondern spaltet.“[iii] Die Geschichte hat Dahrendorf Recht gegeben, schreibt der damalige Ifo-Präsident Hans Werner Sinn in seinem 2015 erschienenen Buch über den Euro. Sie sei ein ökonomisches Problem und so auch politisch von einer „Friedensidee zum Zankapfel“ mutiert. 4

Spaltung der Eurozone

Die Eurozone ist heute politisch und vor allem wirtschaftlich gespaltener denn je. Das inzwischen fast zwei Jahrzehnte dauernde Euro-Experiment zeigt deutlich, dass die mit dem Euro erfolgte Fixierung der Wechselkurse das wirtschaftliche Auseinanderdriften des Euroraums bewirkt. Die schon vor den 1990er Jahren geschundene internationale Wettbewerbsfähigkeit wurde so noch weiter in Mitleidenschaft gezogen. Der Euro hat keineswegs dazu beigetragen, die EU, wie in der inzwischen fallengelassenen Lissabon-Strategie im Jahr 2000 formuliert, zum „wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt“ zu machen. Die EU-Länder, insbesondere aber die Länder der Eurozone, stehen heute im internationalen Vergleich wirtschaftlich viel schlechter da als noch vor zwei Jahrzehnten. Infolge des notorisch niedrigen Wirtschaftswachstums hat der Wohlstand auch in Deutschland – aller „Boom“-Rhetorik zum Trotz – in vielen Bevölkerungsgruppen eher ab- als zugenommen. Gemessen an den Erfolgskriterien der EU-Kommission ist der Euro demnach ein kompletter Fehlschlag.”

 

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