Man sollte denken, dass gerade Psychotherapeuten dafür einstehen, dass jeder Mensch seinen eigenen Weg gehen und seinen Überzeugungen folgen sollte.

Weit gefehlt.

“Es war nur eine kleine Zeitungsmeldung Mitte März und auch nur ein Satz in der Pressemitteilung über die letzte Mitgliederversammlung der Gießener AfD: »Zum Schatzmeister des Stadtverbands wurde der Gießener Arzt und Psychoanalytiker Heinrich Schimpf gewählt, der zum ersten Mal ein Vorstandsamt bei der AfD wahrnimmt.« Seit der Veröffentlichung dieser Meldung in der GAZ-Ausgabe vom 14. März herrscht in der heimischen Psychologen-Szene große Aufregung, denn Schimpf ist Mitglied des namhaften Horst-Eberhard-Richter-Instituts für Psychotherapie und Psychoanalyse sowie in der Deutschen Psychologischen Vereinigung (DPV).”

In mehreren Schreiben wurde dem im Südviertel praktizierenden Arzt von seinen Kollegen daraufhin ein Austritt aus dem nach dem früheren Gießener Ehrenbürger benannten Verein und der DPV nahegelegt

Die Psychoanalytiker und Psychotherapeuten des Horst-Eberhard-Richter-Instituts verteidigen eher ein totalitäres Wertesystem – in dem eben nicht jeder denken und tun kann, was er will.

Wir möchten dem ein Zitat von Karl Popper entgegenhalten: „Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren.”

 

Zum Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/stadtgiessen/Stadt-Giessen-Arzt-soll-Verein-wegen-Taetigkeit-in-der-AfD-verlassen;art71,411505